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Ins Lattenkreuz gezirkelt PDF Imprimer Envoyer

Nach 37 Jahren gibt Ernst Hänni seinen Abschied als Sportamtchef. Ernst Hänni geht in den ruhelosen Ruhestand. Seine Meilensteine bleiben bestehen und der Zürcher Sport wird noch einige Jahre davon profitieren können. Der Zürisport verabschiedet Ernst Hänni mit einer speziellen Laudatio. Nicht ganz ernst gemeint, aber trotzdem haargenau auf Ernst‘ Wesensart gezirkelt.

Artikel erschienen im ZüriSport, September 2009 (von Erich Ogi)

George Bregys Freistoss-Tor an den Fussball Weltmeisterschaften 1994 in den USA war ein Sonntagsschuss. Nur etwas mehr als eine Sekunde brauchte der Ball von Bregys Schuhspitze bis ins Netz. Der nachfolgende Jubel dauerte um einiges länger. So einfach ist es im Sport. Sport begeistert. Darauf sollte man eigentlich bauen können. Als Chef des Amtes für die schönste Nebensache der Welt steht Ernst Hänni in jedem Fall auf der Sonnenseite. „Hänni hau drauf, die Sportwelt steht hinter dir!“. Oder zumindest die nationale Sportwelt. Gut – dann wenigstens der Zürcher Sport. Aber ganz sicher die Zürcher Sportclubs? Egal – zusammen sind wir stark. Der (politische) Parcour ist eben sehr eng gesteckt. Ernst Hänni war als Chef des Sportamtes wohl kein Ballkünstler, schon eher ein Kombinierer. Boxen und Riesenslalom! Oder doch Zehnkämpfer? Zu seinem Repertoire gehörten nämlich noch Schwingen (Standvermögen), Gleitschirmfliegen (Überblick), OL (Finden), Billard (Bandenspiel), Marathon (Ausdauer,) Fechten (Sträusse), Seiltanz (Gleichgewicht), Hammerwerfen (Eindruck) und Mikado (Nerven). Letzteres symbolisiert die Arbeit des obersten Sportförderers ideal. Wer zittert, hat verloren! Seine Courage und seine „polysportiven“ Fähigkeiten brachten Ernst Hänni (fast) immer ans Ziel. Meist unspektakulär und leise. Die Erfolge feierten an vorderster Front öfters andere. Ernst Hänni stellte sich nie ins Rampenlicht. Aber sein verschmitztes Lachen sprach in Momenten des Erfolges jeweils Bände. Ernst genoss den Erfolg auf seine Art. Laute Lattenkracher und spektakuläre Schwalben sind nicht sein Stil. Den Ball mit viel Effee ins Lattenkreuz zu zirkeln schon eher.

Ernst Hännis Stationen als Direktor des Sportamts:
1.12.1981 Stellenantritt als Direktor Sportamt
1982 das städtische Sportkonzept wird erlassen
1982 Gründung der Sportschule Zürich (heute Sportaktiv)
1985 erstes Zürcher Sport-Ferienlager findet in Fiesch statt
1989 der „Sportpreis der Stadt Zürich“ wird eingeführt
-90er die Stelle ‚Leiter Schwimmsport‘ wird geschaffen; der freiwillige Schulsport wird entwickelt und ausgebaut
2000 die städtischen Frei- und Hallenbäder werden ins Schul- und Sportdepartement integriert
2001 die neue Website des Sportamtes wird aufgeschaltet
2004 «Sportkonzept» und «Strategiebericht zum Sportstättenbau»
2005 Erster Kurs TALENT EYE für bewegungsbegabte Kinder
2007 Eröffnung Stadion Letzigrund
2008 Aufbau Kompetenzzentrum Sportunterricht
2008 Erhöhung des Kredits zur Jugendsportförderung