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Nr. 3 / 2013 - November  facebook  twitter  
       

Noch immer keine spezifische Gesetzgebung zur Regelung der Lärmemissionen von Sportanlagen
Quelle: Arena Thun

Quelle: Arena Thun

Zurzeit gibt es auf Bundesebene keine Gesetzgebung zur Regelung der Lärmemissionen im Rahmen des Betriebs von Sportanlagen. Im Streitfall sehen sich die Gerichte dazu gezwungen, sich auf die deutsche Sportanlagenlärmschutzverordnung zu berufen, deren Bestimmungen für unser Land zu restriktiv sind. Angesichts dieser Situation steht die Umsetzung einer effizienten Sportförderung in Gefahr.

Zahlreiche Sportanlagen in der Schweiz sind von den Konsequenzen dieser Gesetzeslücke betroffen. Zu den wichtigsten Beispielen zählen unter anderem Würenlos (AG), wo das Sportanlagenprojet aufgegeben werden musste, Bürkertsmatt (AG), wo der Bau der Sportanlagen um mehrere Jahre verzögert wurde und die Arena Thun (BE), wo die Anzahl an Zuschauern auf 6000 begrenzt worden ist, obwohl das Stadium eine Kapazität von 10'000 Plätzen bietet.

Angesichts der unbestreitbaren Vorteile des Sports für die Gesell-schaft in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Integration hat sich das Parlament in den vergangenen Monaten für eine nachhaltige Förderung von Sport und Bewegung eingesetzt. Doch das Umwelt-schutzgesetz und insbesondere die Lärmschutzverordnung (LSV) stehen der vom Bund beabsichtigen Entwicklung der Sportpolitik im Weg.

Am 26. September 2013 hat der Nationalrat eine Motion abgelehnt, die darauf abzielte, die Lärmschutzverordnung mit einem Anhang zu ergänzen, um die Frage der Lärmemissionen von Sportanlagen zu regeln. Dies ist eine schlechte Nachricht für die Sportwelt und für die Städte und Gemeinden, die Sportanlagen betreiben. Die effiziente Umsetzung der Sportpolitik des Bundes hängt davon ab, dass für dieses Dossier in absehbarer Frist eine Lösung gefunden werden kann.

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Liebe Leserinnen und Leser,

Unsre Arbeitsgemeinschaft setzt sich gemeinsam mit ihren Mitgliedern seit Langem für die Sportförderung ein. Diese Förderung an sich wird heute in unserem Land nicht in Frage gestellt, doch es gibt Einschränkungen, welche die Umsetzung einer wirksamen Sportpolitik behindern. Voraussetzung für eine effiziente Sportförderung ist, dass der Betrieb von Sportanlagen nicht durch überflüssige Vorschriften eingeschränkt wird.

Am Nutzen der Bestimmungen des Umweltschutzgesetzes zum Schutz des Wohlbefindens der Bevölkerung besteht kein Zweifel. Dennoch er-scheint es nicht sinnvoll, die Lärm-emissionen der Industrie, von Autobahnen, dem Eisenbahnnetz oder dem Flugverkehr mit dem Verhaltens-lärm gleichzusetzen, der von Sport-treibenden auf dem Sportplatz erzeugt wird.

Die Sportämter und Sportanlagen-betreiber sind darauf angewiesen, dass die politischen Instanzen dem Sportunterricht den Stellenwert ein-räumen, der ihm gebührt. Die Ar-beitsgemeinschaft schweizerischer Sportämter (ASSA) hofft, dass für die Problematik der Lärmemissionen der Sportanlagen eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden kann. Wir hoffen, dass die für den 10. Dezember in Bern geplante Sitzung der ASSA mit dem BASPO und dem Bundesamt für Umwelt BAFU ein erster Schritt in gewünschte Richtung ist.

Freundliche Grüsse

Sami Kanaan, Präsident ASSA
Conseiller administratif (Stadtregierung) der Stadt Genf

 

Herausgeber und Redaktion:
Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Sportämter
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