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Nr. 1 - März 2010  
       

Neues Sportförderungsgesetz kommt ins Parlament:

Finger weg vom Schulsportobligatorium!

Piscine

Politik, Medien und Öffentlichkeit rufen zu Recht nach mehr Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Qualitätsverbesserungen im Sportunterricht. Die faktische Abschaffung des Schulsportobligatoriums durch das neue Sportförderungsgesetz wäre ein Schritt in die falsche Richtung! Das Parlament könnte diesen Fehler bei der Behandlung der Vorlage korrigieren.

In der Vernehmlassung fand das neue Sportförderungsgesetz breite Unterstützung. Schade, dass der Bundesrat die Forderungen von Sportverbänden und Gemeinden, die etwas griffigere Formulierungen wünschten, nur teilweise aufnahm und das Gesetz in der definitiven Version in einem wichtigen Punkt sogar noch abschwächen will.

Im Schulsport will der Bund auf sein wichtigstes Recht, das 3-Stunden-Obligatorium, verzichten und diese Festlegung den Kantonen überlassen. Der Schulsport wird zwar nach wie vor obligatorisch erklärt, für Lektionenzahl und Qualität sollen aber neu die Kantone zuständig sein. Der Bundesrat schwächte damit seine ursprünglich in die Vernehmlassung gegebene Vorlage ab. In der Vernehmlassung hatten die Sportverbände und mit ihnen die Städte und Gemeinden verlangt, am Schulsportobligatorium sei zwingend festzuhalten, die EDK und rund die Hälfte der Kantone hatten dies abgelehnt. Der Bundesrat will nun also nachgeben und schreibt dazu im Botschaftstext: „Es ist davon auszugehen, dass die Kantone im Rahmen der EDK eine gesamtschweizerische einheitliche Regelung erlassen werden“. Die ASSA und auch einige Sportverbände sind da nicht so optimistisch. Der SVSS (Schweizerischer Verband für Sport in der Schule) z.B. schreibt auf seiner Homepage: „Zu unserem Entsetzen will der Bundesrat die Zügel lockern… Einem Abbau würde so Tür und Tor geöffnet“! Diese Befürchtung teilen wir.

Die Schweiz wird insgesamt ein gutes Sportförderungsgesetz erhalten, auch wenn es etwas viele „kann-Formulierungen“ enthält. Wie gut es umgesetzt werden soll, wird allerdings erst die Verordnung des Bundesrates dazu zeigen. Vorerst bleibt zu hoffen, dass das Parlament in Sachen Schulsport ein klares Zeichen setzt und am 3-Stunden-Schulsportobligatorium fest hält.

 

Liebe Leserinnen und Leser,

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- In den 10 grössten Städten der Schweiz leben 1,3 Mio. Menschen, d.h. 16,8% der Bevölkerung. In den Städten ab 20‘000 Einwohnerinnen und Einwohner sind es über 25% und in den Gemeinden ab 10‘000 gar 44%. Die ASSA (Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Sportämter) vertritt die Städte und Gemeinden in Fragen des Sports.

- Die meisten Sportanlagen sind im Eigentum der Gemeinden oder werden von diesen unterstützt. Auch die lokalen Sportvereine werden von den Gemeinden überall direkt oder indirekt gefördert.

- Dort wo Sport getrieben wird – in den Gemeinden dieses Landes – sind wir also ganz nahe dran!

- Dennoch sind die Städte und Gemeinden als wohl wichtigste Sportförderer im Land in Fragen der Sportpolitik nur ungenügend einbezogen.

Da sich die Medien für sportpolitische Themen nur am Rande interessieren, wollen wir die Opinion Leader des Sports in Zukunft direkt anschreiben. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Sportorganisationen und öffentlicher Hand – unter Einbezug der Gemeinden – dient dem Sport im ganzen Land. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten!

Gerold Lauber
Präsident ASSA
Stadtrat von Zürich

 

Herausgeber:
Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Sportämter
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Redaktion:
Ernst Hänni
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